HowTo Pinguinplätzchen backen
Pinguine sind zwar reichlich albern, aber als Werbung für die Chemnitzer Linux-Tage 2005 haben wir Plätzchen in Pinguinform gebacken und verpackt mit jeweils einem flyer auf den Chemnitzer Weihnachtsmarkt verschenkt. Die Anleitung soll denen ein paar Tips geben, die etwas ähnliches vor haben, insbesondere, wenn das in größeren Dimensionen als nur ein paar Handvoll geschehen soll.
Personal
Das ist eigentlich der wichtigste Punkt, da sowas alleine wirklich überhaupt keinen Spaß macht. Gruppen von zwei bis vier Personen sind etwa die ideale Anzahl. Falls es mehr Freiwillige gibt sollten mehrere Gruppen gebildet werden, die sich auch räumlich aufteilen. Es kann zwar ein Backofen verwendet werden, aber in hierzulande üblichen Küchen behindern sich zu viele Menschen beim Arbeiten eher.
Zutaten
Wenn ihr noch nie Plätzchen gebacken habt solltet ihr vorher unbedingt ein HowTo Plätzchen backen lesen, jetzt. Man findet es in jedem besseren Backbuch oder über die Lieblingssuchmaschine.
Für das Grundrezept eignet sich jedes beliebige Plätzchenrezept. Wir haben uns von einem Rezept von Marion Riedel inspirieren lassen. Die Zutaten für den Teig von etwa 40 bis 50, ca. 8cm hohen Plätzchen:
0.5 kg Mehl
250 g Butter
2 Eier
150 g Zucker
Gewürze
Anmerkung: wir wurden teilweise kritisiert (von den Profis), dass unsere Plätzchen zu hart gewesen wären. Beigabe von ein klein wenig Backpulver sollte das verbessern.
Für die Bemalung werden bei der gleichen Menge etwa folgende Zutaten benötigt:
0.5 Eigelb
Schokoglasur
Zucker- oder Zitronenglasur
Dem Teig können optional Gewürze wie Zimt, etwas Rum, ungesüßter Kakao, geriebene Schalen unbehandelter Zitronen oder Zitronenschalenaroma beigefügt werden. (Hinweis: man sollte darauf achten, dass von dem Rum nicht zu viel in den Bäcker gerät.) Von einem der Eier kann auch nur das Eiklar für den Teig und das Eigelb für die Bemalung verwendet werden. Alle Zutaten sind so gewählt, dass man sie notfalls auch ohne Waage abschätzen kann. 150g Zucker füllen einen Kaffeepott fast voll (Pott, nicht Tasse). Die Zutaten für den Teig gut vermischen und kurz kalt stellen.
Formen
Der Aufwand läßt sich erheblich vermindern, wenn man richtige Förmchen aus Blech oder Plastik zur Verfügung hat. Die kann man mit etwas Geschick entweder selbst basteln oder einen befreundeten Schlosser, sonstigen Metallverarbeiter oder gar Maschinenbauer danach fragen. Von all dem hatte wir nichts zur Verfügung. Der harte Weg ist daher, einen Tux auf möglichst starkem Papier auszudrucken und daraus eine Schablone auszuschneiden. Fehldrucke von Postkarten der Chemnitzer Linux-Tage eignen sich dazu hervorragend.
Den Teig ausrollen, die Schablone auflegen und mit einem Messer drumrumschneiden. Ein Tisch, der von mehreren Seiten zugänglich ist, so dass mehrere Menschen gleichzeitig daran arbeiten können, hat sich als hilfreich erwiesen. Ebenso nützlich ist eine weitere Schablone des weissen Tux-Bauches, die man in die noch weichen Teigformen drückt. Daran kann man später bei den fertigen Plätzchen besser erkennen, wo man den Bauch anmalen muss.
Bemalung
Die beiden Füße und den Schnabel mit Eigelb (vor den Backen!) anmalen. Dabei muss man nicht zu großzügig sein, das Eigelb dunkelt beim Backen gut nach. Danach die Plätzchen bei 175°C ca. 12 bis 15 Minuten backen.
Die Glasuren gemäß aufgedruckter Anleitung verflüssigen. Nach unserer Erfahrung vertragen einige Glasuren das Erhitzen in der Mikrowelle nicht so gut. Dafür ging es dann im Wasserbad auch nicht besser, trotzdem sollte man das vorziehen. Die Glasur in dickwandige Keramiktassen füllen, dann bleibt sie länger flüssig.
Mit dicken (unbenutzten!) Pinseln aus dem handelsüblichen Malkasten zuerst den Bauch mit weisser Glasur bemahlen, anschliessend den Rand mit Schokoglasur. Ist die Schokoglasur fest mit zwei Tupfern weisser Glasur die Augen aufsetzen. Das Ende vom Pinselstil eignet sich dazu sehr gut. Das Zeichnen der schwarzen Pupillen ist im wahrsten Sinne des Wortes das i-Tüpflechen, wir haben uns das gespart. Es sollten unbedingt mehrere Pinsel zur Verfügung stehen, da kostbare Arbeitskräfte sonst demotivierend rumsitzen.
Verpacken
Für die Verpackung eignen sich weihnachtlich dekorierte Geschenktüten. Die sind allerdings verhältnismäßig teuer. Billiger ist z. B. Geschenkfolie, die muss man aber selbst zu einer Art Tüte formen und die Plätzchen darin einpacken.
Wir haben jeweils ein Plätzchen und eine Postkarte von den Chemnitzer Linux-Tagen als flyer in die Tüten verpackt. Die Tüten sollten doppelt so hoch, wie die Karten sein, da sie sich sonst sehr schlecht mit diesen Drahtverpackungsclips verschließen lassen. Ein Plätzchen sieht in der Tüte etwas verloren aus, eventuell sollte man an der Stelle nicht ganz so geizig sein.
Weitere Hinweise
Allgemeine Tips
- Es hat einen sehr guten Grund, dass Bäcker traditionell keine dunkle Kleidung tragen.
- Man sollte vorher unbedingt mit ein paar Buden des Weihnachtsmarktes abklären, ob man die Plätzchen auch los wird. Im Allgemeinen ist das kein Problem. Wir haben ausschließlich Backbuden gewählt. Glühweinstände sind zwar deutlich besser besucht, aber bei der Wahl sollte man sich über zu erreichende Zielgruppe und passendes Ambiente Gedanken machen.
- Es ist ein nicht unerhebliches logistisches Problem, größere Mengen an verpackten Plätzchen zu transportieren. Auch da sollte man sich vorher Gedanken machen und Kartons besorgen. Supermärkte oder Gemüsehändler werfen sowas abends weg.
- Der Nutzen einer solchen Werbekampagne potenziert sich, wenn die lokale Presse darüber berichtet.
Zeitaufwand
Wir haben etwa 300 Plätzchen gebacken. Den Zeitaufwand dafür schätze ich auf etwa 15 Stunden mit etwa 2 bis 3 Mann ein. Das teilt sich zu etwa gleichen Teilen in Formen/Backen, Bemalen und Eintüten. Einsparen kann man beim Formen durch Verwendung eines Förmchens. Nicht mit eingerechnet ist der Aufwand für den Kauf von Zutaten, den Transport zum Weihnachtsmarkt, sowie sonstige organisatorische Tätigkeiten.